
Kyoto zählt zu den meistbesuchten Städten Japans. Mit jährlich Millionen von Besucherinnen und Besuchern steht die ehemalige Kaiserstadt zunehmend vor Herausforderungen durch Massentourismus. Die Stadtverwaltung reagiert darauf mit neuen Maßnahmen, die ab 2026 in Kraft treten. Diese sollen den Tourismus nachhaltiger gestalten und gleichzeitig die Belastung für Anwohnerinnen und Anwohner reduzieren.
Erhöhung der Übernachtungssteuer ab März 2026
Die Stadt Kyoto hat im Oktober 2025 offiziell eine deutliche Erhöhung der sogenannten Unterkunftssteuer beschlossen. Diese tritt am 1. März 2026 in Kraft und gilt für alle Hotels, Ryokans, Gästehäuser und Ferienwohnungen innerhalb der Stadtgrenzen.
Die Steuer richtet sich nach dem Übernachtungspreis pro Person und Nacht. Je höher der Zimmerpreis, desto höher der Steuersatz.
| Preis pro Nacht (pro Person) | Aktuelle Steuer | Neue Steuer ab 1. März 2026 |
|---|---|---|
| unter 6.000 ¥ | 200 ¥ | 200 ¥ |
| 6.000 – 19.999 ¥ | 200 ¥ | 400 ¥ |
| 20.000 – 49.999 ¥ | 500 ¥ | 1.000 ¥ |
| 50.000 – 99.999 ¥ | 1.000 ¥ | 4.000 ¥ |
| ab 100.000 ¥ | 1.000 ¥ | 10.000 ¥ |
Für Reisende bedeutet das spürbare Mehrkosten, insbesondere im mittleren und gehobenen Preissegment. Bei einer Übernachtung von 50.000 Yen pro Person fällt künftig eine Steuer von 4.000 Yen an, also das Vierfache des bisherigen Satzes. Für Luxusunterkünfte mit Preisen ab 100.000 Yen pro Nacht wird die Abgabe sogar auf 10.000 Yen erhöht.
Ziel der Reform ist es, die Einnahmen aus dem Tourismus gerechter zu verteilen und stärker in den Erhalt der städtischen Infrastruktur zu investieren.
Zugangsbeschränkungen im Gion-Viertel
Parallel zur Steuererhöhung gelten neue Verhaltensregeln im traditionsreichen Geisha-Viertel Gion. Private Gassen, die bislang häufig von Touristinnen und Touristen genutzt wurden, sind künftig für die Öffentlichkeit gesperrt.
Wer unbefugt solche Wege betritt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Yen rechnen. Die Hauptstraßen wie die Hanamikoji-dori bleiben weiterhin zugänglich. Die Maßnahme soll vor allem die Privatsphäre der Anwohner und der dort arbeitenden Geishas schützen.
Nachhaltiger Tourismus als Ziel
Kyoto verfolgt mit dem „Kyoto Tourism Promotion Plan 2025“ das Ziel, Qualität statt Quantität im Tourismus zu fördern. Die Stadt möchte Besucherinnen und Besucher für einen respektvollen Umgang mit Kultur, Umwelt und Bevölkerung sensibilisieren. Dazu wurde ein Kodex für verantwortungsbewusstes Reisen veröffentlicht, der Verhaltensregeln und Empfehlungen zusammenfasst.
Zu den Schwerpunkten gehören:
- Rücksichtnahme auf Anwohnerinnen und Anwohner
- Vermeidung von übermäßigem Lärm und Müll
- Beachtung lokaler Regeln in Tempeln und Schreinen
- Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu Stoßzeiten nur eingeschränkt
Fazit
Kyoto steht vor einem Wandel im Tourismus. Die geplante Erhöhung der Übernachtungssteuer ab März 2026 sowie neue Verhaltensregeln sollen den Besucherstrom besser lenken und die historische Stadt langfristig schützen.
Für Reisende bedeutet das höhere Kosten und strengere Regeln, aber auch die Chance auf ein authentischeres und ruhigeres Kyoto-Erlebnis. Wenn du deine Japanreise für 2025 oder 2026 planst, solltest du dich frühzeitig über die aktuellen Bestimmungen informieren.

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